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Wie kann regionales Essen auf der Landesgartenschau gelingen?

26.03.2017

Perspektiven und Ideen für eine Landesgartenschau mit regionalem Essen zeigte ein Diskussionsabend des Überlinger Ortsverbands Bündnis90/Die Grünen am Freitagabend auf. Im Johanniter Kreuz in Andelshofen diskutierten: LGS-Geschäftsführer Roland Leitner, Walter Sorms (Landwirt, Rengoldshausen), der Landtagsabgeordnete der Grünen und Moderator des Abends, Martin Hahn, Hubert Rauch (Landwirt, BLHV Überlingen) und Andreas Liebich (DEHOGA Überlingen). Im Mittelpunkt stand nicht nur die Frage, ob die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH bereit wäre, neue Wege zu gehen, sondern auch, ob Erzeuger und Gastronomie gemeinsam die damit verbundenen Herausforderungen annehmen könnten.

 

„Was kommt da auf uns zu?“ fragte Landtagsabgeordneter Martin Hahn zu Beginn. „Wir werden in diesem Sommer gleich mehrmals quasi ein Promenadenfest haben, was die Zahl der Besucher betrifft. Die wollen alle essen und trinken. Das ist eine enorme logistische Herausforderung in einem Zeitraum, in dem ohnehin schon viele Gäste in Überlingen sind.“ Allerdings sah er auch große Chancen für das Ernährungshandwerk und vor allem die regionalen Anbieter. „Im Sinne der Citta Slow, der nachhaltigen Stadt wollen wir uns darauf vorbereiten.“

 

Jetzt der richtige Zeitpunkt

Dafür sei gerade jetzt und in den kommenden Wochen und Monaten der richtige Zeitpunkt sagte Roland Leitner, Geschäftsführer der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH. „Wir werden demnächst gemeinsam mit unserem auf Großevents spezialisierten Gastronomieberater ein Konzept und dann die Ausschreibungsunterlagen für den Aufsichtsrat und den Gemeinderat vorbereiten. Es gibt Möglichkeiten, hier darauf einzuwirken, dass auch ein Großgastronom, und so einen brauchen wir für die Landesgartenschau unbedingt, regionale Produkte verwendet. Dafür benötigen wir aber die Entscheidungen der Gremien. Ich persönlich halte es auch für eine sehr gute Idee, dass wir hier die Chance nutzen, mit den vielen regionalen Anbietern zu arbeiten. Wir sind da sehr offen.“

 

Auch kleinere Gastro-Einheiten

Dadurch, dass die Landesgartenschau in Überlingen dezentral und in der ganzen Stadt stattfindet, gebe es an mehreren Orten die Möglichkeit, kleinere Gastronomieeinheiten einzurichten. Tatsache sei allerdings, dass zu den Stoßzeiten an Spitzentagen Tausende von Menschen in einem zeitlich sehr knappen Korridor verköstigt werden müssen. „Das muss natürlich gewährleistet sein“, so Leitner. „Aber wir denken tatsächlich auch an kleinere Einheiten und das finde ich positiv, das können die regionalen Anbieter nutzen.“

 

Weil die LGS GmbH und der Gemeinderat bei der Gastronomie andere Wege als die bisherigen Gartenschauen beschreiten wollten, sei, so Roland Leitner, bereits 2014 im Durchführungshaushalt der GmbH auch nur eine maßvolle Summe bei den Einnahmen aus Gastronomieerträgen eingeplant worden. „Es ging nie drum und es geht nicht drum, möglichst viel Geld aus dem Gastonomen rauszupressen. Wir haben von Anfang an Qualität im Sinn, und die Besonderheiten der vielen Betriebe in den unterschiedlichsten Bereichen hier in der Region berücksichtigt.“

 

Gemeinsamer Pavillon möglich

Diskutiert wurde auch über einen gemeinsamen Pavillon regionaler Gastronomen und Erzeuger. „Auch hier rennen Sie bei uns offene Türen ein. Sie können sich gerne auf dem Ausstellungsgelände präsentieren. Aber ich rate Ihnen, nehmen Sie in jedem Fall die Landfrauen mit. Denn wenn sie die mit dabeihaben, ist Ihnen eine hohe Frequenz an Ihrem Stand oder in Ihrem Pavillon garantiert“, so der LGS-Geschäftsführer.

 

„Die Landesgartenschau könnte der Anstoß dafür sein, die regionale Vernetzung generell zu stärken und auch Anlass dafür sein, dass die Gastronomen in Überlingen insgesamt mehr regional denken beim Einkauf und beim Angebot auf der Speisekarte.“, sagte Martin Hahn abschließend. „Das Jahr der Landesgartenschau wird ein besonderes, indem die Produktion sicher einen besonderen Umfang annehmen wird. Aber wir sollten auch die Zeit davor und vor allem danach im Blick haben.“ Was einen gemeinsamen Pavillon angehe, so müsse man sicherlich den Begriff „Region“ weit fassen und sich mit dem Landkreis zusammentun, um die fast 180 Tage Landesgartenschau bespielen zu können.

 

Alle müssen an einem Strang ziehen 

Einig waren sich alle: Sollten es die regionalen Erzeuger, egal ob aus konventionellen oder ökologischen Betrieben, und die Gastronomen gemeinsam schaffen, die Gäste 2020 regional und qualitätsbewusst zu verköstigen, hätte die Landesgartenschau Überlingen damit ein bis dahin nie dagewesenes Alleinstellungsmerkmal, das es in der Außenwahrnehmung zu nutzen gelte. Überlingen könnte sich gerade hier als Citta Slow profilieren. Allerdings müssten dafür alle an einem Stang ziehen.